Top

Bwin-Chef fordert ein Ende anonymisierter Wetten

Januar 20, 2010 by admin 

Jörg Wacker, Chef des deutschen Sportwettenanbieters Bwin, ist derzeit um seinen Job nicht zu beneiden. Erst schränkt die deutsche Politik das Glücksspiel ein. Jetzt erschüttert der Zockerskandal im Fußball das Geschäft. Für Wacker ist das auch eine Folge des staatlichen Monopols auf Glückspiele.

WELT ONLINE: Herr Wacker, der internationale Fußball wird derzeit von einem der größten Wettskandale erschüttert. Muss auch Bwin befürchten, betrogen worden zu sein?

Jörg Wacker: Bei allen bisherigen Wettskandalen waren wir nicht betroffen und das wohl vor allem deshalb, weil Bwin wegen seiner hohen Sicherheitsstandards und seiner vergleichsweise niedrigen Einsatz- und Gewinnlimits für Betrüger sehr unattraktiv ist. Zu den aktuellen Fällen können wir noch nichts sagen, da die Behörden noch keine konkreten Informationen herausgegeben haben, wo genau betrogen wurde. Zumindest für die türkischen Spiele aber wissen wir, dass Bwin nicht betroffen war.

WELT ONLINE: Dennoch müssen Sie fürchten, dass durch einen solchen Wettskandal Ihre gesamte Branche in Verruf gerät?

Wacker: Sicher, deshalb fordern wir schon seit langem deutlich effektivere Schutzmaßnahmen für die gesamte Branche, und das nicht erst seit dem Hoyzer-Skandal 2005. Die Politik muss beispielsweise die erlaubten Einsatz- und Gewinnhöhen viel stärker limitieren und die Abgabe anonymisierter Wetten strikt verbieten. Die Möglichkeiten des Internets sind hier übrigens sehr hilfreich, weil sie Wetteinsätze in Echtzeit kontrollieren und zuordnen können.

WELT ONLINE: Um solche Skandale zu vermeiden, ist aber vor allem die Moral der Spieler, Trainer und Schiedsrichter entscheidend. Und Moral, das hat ja auch die Finanzkrise gezeigt, ist schwer per Gesetz zu verfügen.

Wacker: Trotzdem kann die Politik einiges tun, etwa indem sie endlich das staatliche Monopol auf Glücksspiele abschafft, das seit 2008 gilt. Monopole fördern den Schwarzmarkt und die Konsequenzen erleben wir jetzt. Die richtige Antwort auf solche Skandale wäre ein liberalisierter und streng regulierter Wettmarkt, denn nur so kann man die Vorgänge kontrollieren und Betrügereien aufspüren.

WELT ONLINE: Sind tatsächlich so viele Sportwettkunden in den Schwarzmarkt abgewandert, seitdem das staatliche Glücksspielmonopol Anfang 2008 in Kraft getreten ist?

[Weiter ...]

mybet

Speak Your Mind

Tell us what you're thinking...
and oh, if you want a pic to show with your comment, go get a gravatar!

Bottom
TWitter Facebook RSS Feed