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Sportwetten Grundlagen


Bei klassischen Sportwetten wird dem Kunden eine feste Quote für jedes Ergebnis eines Sportereignisses angeboten, aus dieser lässt sich dann der mögliche Gewinnbetrag errechnen. Auf jeden der möglichen Ausgänge kann eine Wette platziert werden.

Beispiel:
Ein typisches Wettereignis könnte auf dem Wettschein eines Buchmachers wie folgt aussehen:

FC Bayern München – Borussia Dortmund
1 – 1.80
0 – 3.20
2 – 4.00

      Der Ausgang „1“ repräsentiert hier einen Sieg der als erstes gelisteten Mannschaft (Bayern).
      Die „0“ (oft auch „X“) steht für ein Unentschieden.
    Die „2“ steht für einen Sieg Dortmunds. Bei Fußballwetten und vielen anderen Sportarten wird die Heimmannschaft standardmäßig an erster Stelle genannt, die Auswärtsmannschaft als letztes. Bei Ereignissen, die keinen eindeutigen Heimteilnehmer haben (beispielsweise Tennismatches), obliegt die Auflistungsreihenfolge dem Buchmacher.

Schließen wir nun eine Wette auf einen Sieg von Bayern München

    zu einer Quote von 1.80 und mit einem Einsatz von 15 Euro ab, erhalten wir im Gewinnfall unseren Einsatz multipliziert mit der Gewinnquote zurück. In diesem Falle betrüge der Gewinn 27 Euro (15 * 1,80). Aussagekräftiger ist es allerdings, den Reingewinn zu berechnen, denn die 15 Euro Einsatz behält in jedem Falle der Buchmacher. Der Reingewinn errechnet sich wie folgt: (Einsatz * (Quote – 1)), in unserem Beispiel entspricht dies (15 * 0,8) = 12 Euro. Bei einer Gewinnquote von 2 entspricht der mögliche Reingewinn genau der Höhe des getätigten Einsatzes.

Quoten
Die Quoten repräsentieren die vom Buchmacher implizierte Wahrscheinlichkeit für jeden möglichen Ausgang eines Ereignisses abzüglich einer meist prozentualen Buchmacher-Marge, die die Quoten vermindert (siehe Buchmacher). Beim staatlichen Wettanbieter Oddset liegt diese Marge bei ca. 20 %. Andersherum lässt sich so die Ausschüttungsquote eines Buchmachers berechnen, sie beträgt hundert Prozent abzüglich der jeweiligen Buchmacher-Marge. Eine Auszahlungsquote von 80 % bedeutet: Würde man auf jeden Ausgang eines Ereignisses so viel Geld setzen, dass man bei jedem möglichen Ergebnis den gleichen Betrag erhält, bekäme man genau 80 % des eingesetzten Kapitals zurück. Der für den Kunden ideale Buchmacher hätte demnach eine Auszahlungsquote von 100 %, jedoch wäre eine solch hohe Ausschüttung für den Wettanbieter nicht mehr wirtschaftlich. Wettbörsen und so genannte asiatische Buchmacher erreichen oft Auszahlungsquoten von 95% und mehr.

Hält der Buchmacher den Eintritt eines Sportergebnisses für zu 50 % wahrscheinlich, errechnet er die Quote dafür wie folgt: (100 / 50 %) = 2. Diese Quote wird nun noch durch die Buchmacher-Marge geschmälert, sodass sie unter 2 liegen wird. Bei einer Auszahlungsquote von 80 % läge sie beispielsweise bei 1,60. Die Quoten für die weiteren Ergebnisse des Ereignisses errechnen sich nach demselben Schema. Natürlich muss die Summe der ursprünglichen Eintrittswahrscheinlichkeiten ohne Berücksichtigung der Buchmacher-Marge genau 100 % betragen. Läge sie darunter, würde es sich um eine Surebet, eine sichere Wette, handeln. Dies kommt in der Praxis nicht bei ein und demselben Buchmacher vor, sondern entsteht durch Quotenschwankungen zwischen verschiedenen Wettanbietern.

Für den Sportwetter sind die Quoten enorm wichtig, denn sie bestimmen den Gewinn im Falle eines richtigen Tipps. Ein gutes Vorgehen ist hierbei, sich zunächst ein Ereignis anzuschauen und selber Wahrscheinlichkeiten zu jedem Wettausgang zu erstellen (Beispiel: Bayern 70 %, Unentschieden 20 %, Dortmund 10 %). Nun vergleicht man diese Wahrscheinlichkeiten mit den durch die Quoten implizierten Wahrscheinlichkeiten der vom Buchmacher angebotenen Wette. Dazu rechnet man (100 / Quote), für obiges Beispiel im Falle von Bayern München resultiert daraus (100 / 1,80) = 55,55 %. Man selbst hält einen Sieg Bayerns für 70 % wahrscheinlich, die vom Buchmacher durch die Quote implizierte Wahrscheinlichkeit beträgt allerdings nur 55 %. Wenn man mit Sportwetten über einen längeren Zeitraum hinweg Gewinne erzielen will, dürfen nur Wetten gespielt werden, deren selbst erstellte Eintrittswahrscheinlichkeit höher als jene der durch die Quote implizierte ist. Je größer der Abstand zwischen diesen beiden Wahrscheinlichkeiten, desto lohnender die Wette für den Kunden. Natürlich gilt dieser Grundsatz nur, wenn diese Einschätzungen im Mittel den tatsächlich eingetretenen Ergebnissen entsprechen. Man nennt Wetten, deren selbst ermittelte Eintrittswahrscheinlichkeit größer als die vom Buchmacher durch die Quote implizierte Wahrscheinlichkeit ist, auch „Valuebets“ („wertvolle Wetten“). Der Spielraum für die Ermittlung solcher Wahrscheinlichkeitswerte ist natürlich sehr groß, da die Regeln der klassischen Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht ohne weiteres auf Sportereignisse angewandt werden können.

Besitzt eine Wette keinen Spielausgang, wird sie meist annulliert. Gründe dafür können z. B. ein Spielabbruch oder das krankheits- bzw. verletzungsbedingte Fehlen eines Tennisspielers sein. Jeder Buchmacher ist allerdings ermächtigt, das Vorgehen in diesem Falle in seinen AGB zu verankern.

Spezialwetten
Es können oft noch viele weitere Wetten als die klassische Siegwette (Sieg, Unentschieden, Niederlage) auf ein Ereignis abgeschlossen werden. Dies ist von Buchmacher zu Buchmacher unterschiedlich. Beispiele hierfür sind „Wer führt zur Halbzeit?“, „Fallen 0-2 Tore oder mehr?“, „Wie lautet das genaue Endergebnis?“ und so weiter. Eine Langzeitwette ist eine Wette, die nicht innerhalb eines Tages entschieden wird: Wetten auf den Meistertitel, Champions League Sieg, Torschützenkönig, Wimbledon-Sieger usw. Der Sportwetter kann oft aus einer Vielzahl an Spezialwetten für ein- und dasselbe Ereignis auswählen.

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